Mittwoch, 05.08.2009

Hillary in sieben Schritten durch Afrika

Sie ist bereits angekommen, auf afrikanischem Boden. Und zwar in Nairobi. Hillary Clinton springt in den kommenden elf Tagen einmal quer über den Kontinent: Kenia, Südafrika, Angola, Cap Verde, Nigeria, Liberia und auch Kongo. Hier will sich die Aussenministerin mit Vergewaltigungsopfern in Goma treffen. Vergewaltigung wird in den vielen Konflikten, die den Nord-Osten nicht zur Ruhe kommen lassen, immer noch als systematische Waffe eingesetzt, um Frauen zu erniedrigen und Familien zu zerstören.

In Nigeria und Angola, die der fünft und sechst grösste Oelzulieferer der USA sind, wird es dagegen weitaus stärker um wirtschaftliche Belange gehen. Man darf davon ausgehen, dass Hillary Clinton sich für eine Stabilisierung der chaotischen Demokratie stark macht, denn es geht bei ihrem Besuch auch darum, sicherzustellen, dass für die nahe Zukunft wertvolle Energiereserven gesichert sind. Diese Angelegenheit ist durchaus als Wettlauf zu betrachten, denn China setzt zum Sprint an und ist für seine rigorosen Einkaufsstrategien bekannt - den Milliarden schweren Kongo-Deal im vergangenen Jahr eingeschlossen.

Wo Hillary auch ihren Fuss hinsetzen wird, dürfte sie sich sicherlich auch Fragen zur Africom gefallen lassen müssen. Das jüngste Kommando der US-Streitkräfte, das seit dem 1. Oktober 2008 aktiv ist, stösst auf dem Kontinent auf breiten Widerstand, denn im Kleingedruckten des Missionsbefehls befindet sich auch der Auftrag, wenn nötig den Zugang zu Oelvorkommen und anderen Ressourcen auch militärisch zu sichern. Selbst in Liberia dürften sich beim Stichwort Africom die Mienen verfinstern. Das westafrikanische Land hatte als einziges den Nordamerikanern angeboten, dort die Zelte des Militärkommandos aufzuschlagen - doch die USA hatte abgelehnt. Zu wenig Infrastruktur. Zu instabil. Zu gefährlich.

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